Page 43 - Staleke Ausgabe 201, Frühjahr 2016
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Ein Kapitel Kassebrucher Feuerwehr-Geschichte – Ortsbrandmeister Matthias Knoop gibt sein Amt ab
KASSEBRUCH. Er ist so etwas wie ein Mann der ersten Stunde: Mat- thias Knoop ist 1974 mit
13 Jahren in die erste Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Kasse- bruch eingetreten.
Als Jugendwart und Gemein- dejugendwart war er aktiv, seit 1998 ist er Ortsbrandmeister. Nach 18 Jahren will er mit der anstehenden Jahreshauptver- sammlung am Sonnabend, 16. Januar, um 20:00 Uhr im Dorf- gemeinschaftshaus sein Amt nun abgeben. „Wir sind gut aufgestellt, alles läuft, es ist der beste Zeitpunkt, um das Amt in jüngere Hände zu geben“, ist sich der 54-Jährige sicher.
nommen haben, war hinterher deutlich abgesenkt“, so der aktive Feuerwehrmann. Das Hallenbad konnte allerdings nicht gerettet werden. „Die Kassebrucher Wehr wird zu Brand- und Hilfeleistungsein- sätzen gerufen, wir überneh- men Festumzugsbegleitungen, Türöffnungen, Sturmschäden und auch Hochwassereinsät- ze“, erzählt Matthias Knoop. Federführend organisiert die Wehr das alle zwei Jahre statt- findende Erntefest. Gegründet wurde die Freiwillige Feuer- wehr Kassebruch im Jahre 1902, schon 1884 wurde eine Hand- druckspritze angeschafft, die noch immer existiert. 15 Jahre
Jugendfeuerwehren gibt und wir in Kassebruch nur etwa 450 Einwohner haben“, freut er sich über den Nachwuchs. Anfang der 1970er-Jahre sei- en viele Jugendfeuerwehren gegründet worden. „Der erste Jugend- Gemeindewettkampf fand in Bramstedt statt, mit dabei waren die Jugendgrup- pen aus Uthlede, Sandstedt und Kassebruch. In Kassebruch hatten wir sogar zwei Gruppen, Mädchen und Jungen“, erin- nert sich Matthias Knoop. Die Mädchengruppe sei die erste in der damaligen Samtgemeinde gewesen, ein halbes Jahr nach Gründung folgte eine Gruppe in Driftsethe. Die Nachwuchs- werbung war damals neu: „Frü- her musste aus jedem Haus einer bei der Feuerwehr mit- machen“, weiß der Ortsbrand- meister aus der Vergangenheit. Geselligkeit wurde schon im- mer groß geschrieben und ist für ihn ein wichtiger Bestand- teil der Feuerwehr. „Wir haben als junge Leute das Spritzen- haus, das sich damals noch in der Ortsmitte am Löschteich, dem heutigen Dorfteich, be- fand, ausgeräumt und Partys gefeiert“, erzählt er. Die Grup- pengemeinschaft habe jedoch hauptsächlich im Sommer stattgefunden: „Im Winter war es zu kalt im unbeheizten Sprit- zenhaus“, sagt Matthias Kno- op. Das änderte sich mit dem Anbau des Feuerwehrhauses an das ehemalige Schulhaus, heute Dorfgemeinschaftshaus. Haupteinnahmequelle sei viele Jahre das von der Feuerwehr organisierte Osterfeuer gewe- sen. „Beim Maibaumaufstellen wurde das Geld dann wieder ausgegeben“, verrät er augen- zwinkernd mit einem Hinweis auf die zu beschaffenden Ge- tränke, die bei der Wache über den Baum benötigt wurden.
Auch der Maibaum hatte bis vor einigen Jahren seinen Platz am Dorfteich, heute wird er am Dorfgemeinschaftshaus aufge- stellt. 1980 wechselte Matthias
Die Einsatzkleidung hängt griffbereit im Feuerwehrhaus
Knoop in die aktive Wehr und übernahm zudem das Amt des Jugendwartes von seinem Vor- gänger Heiner Wenzlaff. Bevor er 1998 Ludwig Struß als Orts- brandmeister folgte, beklei- dete er drei Jahre das Amt des stellvertretenden Gemeinde- jugendwartes und übernahm dieses letztendlich von Reiner Denker. „Zu Einsätzen bin ich aus beruflichen Gründen eher weniger mitgefahren“, erzählt der gelernte Tischler. Beson- ders in den letzten Monaten habe es aufgrund der Brand- serie zahlreiche Einsätze ge- geben. „Gefühlt mindestens genauso viele wie in meiner ganzen Amtszeit“, schätzt Mat- thias Knoop. Der Freiwilligen Feuerwehr Kassebruch will er weiterhin erhalten bleiben. Als aktives Mitglied und in der Al- tersabteilung. Das Engagement in der Feuerwehr liegt in der Familie: Ehefrau Kornelia war ebenfalls schon Jugendwartin, Tochter Katherina ist zurzeit als Betreuerin in der Jugendarbeit aktiv. Das Amt des Ortsbrand- meisters in Kassebruch hat Florian Möller übernommen. s
Andrea Grotheer
Die Freiwillige Feuerwehr Kassebruch ist mit einem TSF, einem Tragkraft-Spritzen- fahrzeug, ausgestattet. Der Ortsbrandmeister nimmt auf dem Beifahrersitz Platz
Viel erlebt habe er in seiner Feuerwehrlaufbahn. Und viel Zeit in seine ehrenamtliche Tätigkeit investiert. Besonde- res in Erinnerung geblieben ist dem aus Kassebruch stam- menden Vater zweier erwach- sener Töchter der Einsatz beim Hallenbadbrand in Hagen vor einigen Jahren: „Dort war die Hälfte aller Feuerwehren der damaligen Samtgemeinde im Einsatz“, blickt er zurück. Rund drei Stunden habe man Wasser gepumpt, 800 Liter pro Minute mit der Tragkraftspritze. „Der Wasserspiegel des Teiches, aus dem wir das Wasser ge-
UNTER DER STALEKE
zuvor, 1869, war das Dorf bei einem großen Brand bis auf we- nige Häuser vernichtet worden. „Heute sind wir mit einem TSF, einem Tragkraft-Spritzenfahr- zeug, ausgestattet und verfü- gen über 38 aktive Mitglieder, 29 Männer und neun Frauen“, so der Ortsbrandmeister. 64 Mitglieder und 64 Förderer ver- zeichnet die Wehr insgesamt, dazu gehören auch die Mit- glieder der Altersgruppe sowie die der Jugendgruppe. Rund 15 Mädchen und Jungen sind hier aktiv. „Das ist eine gute Zahl, wenn man bedenkt, dass es auch in den Nachbarorten
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C ANDREA GROTHEER
C ANDREA GROTHEER


































































































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