Page 44 - Staleke Ausgabe 202, Sommer 2016
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Abschied von Johann Hinrich Otten Beliebter Rechtenflether Hafenmeister im Frühjahr gestorben
Der Wassersportverein Rechtenfleth (WVRf) trauert um sein Gründungs- mitglied und langjährigen Hafen- kapitän „Hinni“ Otten  Der beliebte Rechtenflether Schiffsführer starb am 2  März im Alter von 84 Jahren  Johann Hinrich Otten wurde am 13  September 1931 in Rechtenfleth als einziger Sohn einer Binnenschiffer- familie mit langer Tradition geboren  Schon sein Vater Hermann Otten und sein Großvater – der ebenfalls Hinrich Otten hieß – unternahmen mit einem eigenen Segelschiff auf der Weser Transportfahrten aus dem Bergland bis zur Wesermündung 
Die Schifferfamilie Otten hatte im Rechtenflether Siel ihren Heimatha- fen  Auch für das im Jahre 1907 in Hol- land gebaute Segelschiff „Schwalbe“, welches 1929 für das kleine Famili- enunternehmen angeschafft wurde  Erst 10 Jahre später bekam dieser Segler dann seinen ersten Motor, der während des Krieges aber nur zum An- und Ablegen benutzt wurde 
Zu jener Zeit war der kleine „Hinni“ schon immer mit an Bord, denn er sollte später das eigene Schiff ein- mal übernehmen  18 Jahre lang fuhr Johann Hinrich Otten unter dem Kommando seines Vaters Hermann als Matrose auf der „Schwalbe“  Da- nach wechselte er als Schiffsführer ins Angestelltenverhältnis bei einem Bremerhavener Bauunternehmer, der ein eigenes Schiff besaß  Auf der „MS Wilhelmine“ der Firma Rathjen blieb Otten viele Jahre Kapitän 
Die günstige Lage des Rechtenflether Siels zwischen Bremen und Bremer- haven lockte in der Nachkriegszeit immer häufiger städtische Segel- sportler an, die mit ihren Booten in Rechtenfleth Station machten  Bei dieser Gelegenheit lernten drei der fünf hübschen Schwestern Johann
Hinrich Ottens auch ihre späteren Ehemänner kennen  Nach und nach wurden es immer mehr Schiffe, die im Rechtenflether Siel um einen Gast- liegeplatz feilschten  Es wurde drin- gend Zeit, eine gewisse Ordnung in das Kommen und Fahren im „Sielha- fen“ von Rechtenfleth zu bringen, wo noch bis nach 1976 auch das Binnen- schiff „Schwalbe“ der Familie Otten ankerte  Ein Wassersportverein sollte die Lösung sein 
Am 5  April 1975 war es dann soweit und eine Gründungsversammlung wurde einberufen  Hinni Otten hatte sich inzwischen in der Nähe des Siels mit seiner Frau Hella ein eigenes Haus gebaut und so kam es, dass diese Ver- sammlung in der Kellerbar von Hella und Hinni Otten stattfand  Die Ehe- männer seiner drei Schwestern Anna, Herta und Elsa waren auch mit dabei und sein Schwager Wilhelm Baass wurde zum ersten Vorsitzenden des Wassersportvereins Rechtenfleth gewählt, der bis zum Ende des Jah- res 1975 schon 37 Mitglieder zählte  Hinrich Otten übernahm den Posten des Hafenmeisters und war seit die- sem Tage bis zu seinem Tod zustän- dig für die ordnungsgemäße Vertei-
lung der zuerst 13 Liegeplätze und die Einziehung der Liegegebühren  In diesen über 40 Jahren erlebte er sechs Vorsitzende des Rechtenflether Wassersportvereins und eine stetig wachsende Mitgliederzahl  Heute be- finden sich im Rechtenflether Siel 41 Liegeplätze für Sportboote 
Ein Jahr nach der Vereinsgründung wurde hinter dem Haus der Familie Otten auf einem Nachbargrundstück mit gemeinsamer Zuwegung ein hölzernes Bootshaus mit Schulungs- raum, Duschen und Toiletten gebaut  So wurde das Anwesen von Hella und Hinni Otten – die inzwischen drei Kinder hatten – in der Sielstraße 11 in Rechtenfleth für viele Segler und Sportbootfahrer die erste Anlaufad- resse 
Der Bekanntenkreis des gastfreund- lichen und stets hilfsbereiten Rech- tenflether Ehepaars wurde immer größer  Auch seine Beliebtheit! Bis ins hohe Rentenalter haben sich bei- de ehrenamtlich um den Hafen und seine Gäste gekümmert und sich auf diese Weise um den Wassersport in Rechtenfleth verdient gemacht 
Als Hella Otten im Oktober 2014 nach langer Krankheit starb, war Hinni gesundheitlich bereits stark angeschlagen  Seinen Humor und seine Lebensfreude aber hat er bis zu seinem letzten Tage nicht ver- loren  Am Vorabend seines Todes hatte die Familie mit ihm noch ge- meinsam einen Jubiläumsaquavit getrunken und Pläne für das bevor- stehende Frühjahr und den Sommer geschmiedet  Der plötzliche Tod am nächsten Tag hat alle sehr betroffen gemacht  Die Rechtenflether Was- sersportler und das ganz Dorf wer- den Hinni Otten nicht vergessen und sein Andenken stets bewahren! s  Hardy Köhler, Ortsvorsteher Rechtenfleth
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