Page 37 - Staleke Ausgabe 214, Sommer 2019
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 ben, aber die Baupreise waren zu teuer“, erklärt Ohlmann. Mit der Begeisterung für die Schau- spielerei im Gepäck kehrte sie wieder zurück nach Kassebruch – und bekam prompt ein neues Jobangebot.
„Wir wollten in Hannover bleiben, aber die Bau- preise waren zu teuer“
„Ich wurde damals angespro- chen, ob ich nicht Gemeinde- schwester werden möchte“, er- zählt sie. In einem kleinen VW fuhr Ohlmann durch die Dörfer und machte Halt bei kranken und pflegebedürftigen Men- schen. Wenn beispielsweise Diabetiker Hilfe beim Verabrei- chen der Insulinspritze brauch- ten, konnten sie Ohlmann über die Telefonnummer im Ge- meindebrief erreichen. „Vor- mittags war ich meistens nur unterwegs. Nachdem ich mit- tags die Kinder versorgt hatte, bin ich wieder los gefahren“, blickt sie zurück. Die Arbeit als Gemeindeschwester unter- schied sich von dem Alltag, den sie aus dem Krankenhaus kann- te: „Da gab es fast jeden Tag Operationen, weil viele Unfälle passierten. Man musste immer für den Notfall gerüstet sein“, blickt die Kassebrucherin zu- rück. Bei den Hausbesuchen in der Gemeinde Hagen warteten
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andere Herausforderungen. Sie kümmerte sich um Bettlägerige und Gebrechliche, brachte Me- dikamente vorbei, verabreichte Impfungen und maß den Blut- druck. Als „Schwester Thea“, wie ihre Patienten sie nannten, wurde sie gelegentlich auch Zeuge familiärer Probleme. „So etwas hatte ich in meiner Ausbildung gar nicht gelernt und war anfangs überfordert damit“, gesteht sie.
Mit der Gründung der Sozial- station in Beverstedt/Hagen Ende der 70er-Jahre wurden die Aufgaben neu verteilt. Als die Arbeit als Gemeindeschwester überflüssig wurde, widmete sich Ohlmann dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Seit etwa 25 Jahren ist sie die Vorsitzende des DRK-Ortsverbandes Hagen. Fünf Mal im Jahr veranstaltet der eine Blutspende-Aktion, an der im Durchschnitt etwa 100 Menschen teilnehmen. „Die Be- reitschaft zu spenden ist über die Jahre konstant geblieben. Das ist auch wichtig, denn es wird jeden Tag Blut gebraucht“, betont Ohlmann.
Jede Woche nimmt sie an der Proben der „Kasbrooker Theo- terlüüd“ in der ehemaligen Volksschule in Kassebruch teil. Auf dem Kassebrucher Ernte- fest gehört die plattdeutsche Wanderbühne, die sich 1988 in der damaligen Gaststätte Mey-
er gegründet hat, längst zum festen Inventar. Alle zwei Jahre treten die Hobby-Schauspieler dort auf. Wer denkt, dass die ehrenamtliche Theatergruppe das Jahr dazwischen untätig rumsitzt und die Füße hoch- legt, liegt falsch. 2004 haben die Mitglieder die Theatertage ins Leben gerufen, ein drei- tägiges Dorffest mit einem bunten Programm. „Wir haben Einladungen an die Vereine im Dorf geschickt und bei Hese- mann auf der Diele die Premie- re veranstaltet“, erinnert sich Ohlmann. Damals führten die Kasbrooker Theoterlüüd zum ersten Mal ein abendfüllendes Programm auf. Inzwischen hat Ohlmann die Leitung der Thea- tergruppe übernommen.
Aus ihrem Flurschrank holt sie ein Fotoalbum, das bis zur vorletzten Seite mit Zeitungs- artikeln und Fotos gefüllt ist. Stolz blättert Ohlmann durch die Seiten. Erst vor kurzem hat die Kassebrucher Theatergrup- pe in die Zukunft investiert und Headseats angeschafft.
„Ein Stück muss heiter sein und Leben auf die Bühne bringen“
Was die Auswahl der Stücke und die Performance auf der Bühne betrifft, ist Ohlmann kritisch und hat genaue An-
sprüche. Daher geht jeder Auf- führung eine eineinhalbjährige Probephase voran. „Ein Stück muss heiter sein und Leben auf die Bühne bringen. Die Kasse- brucher Theaterspieler haben sich auf Plattdeutsch als Büh- nensprache geeinigt. „Früher haben alle Platt gesprochen. Wir wollen versuchen, die Spra- che am Leben zu halten.“ Ohlmann blickt zur Uhr an der Wand. Sie ist noch verabredet. In der Hagener Kleiderkammer verkauft sie gebrauchte Klei- dung zu kleinen Preisen. „Heute werden die Klamotten schneller aussortiert als früher. Manche Teile werden nur einmal ge- tragen“, sagt sie und schüttelt verständnislos den Kopf. Sie erinnert sich an ihre Kindheit, als die Schneiderin der Familie einmal im Jahr einen Besuch abstattete. „Wir durften uns aus der Modezeitschrift etwas aussuchen und das hat sie dann an dem Tag genäht“, blickt Ohlmann zurück. Ursprünglich wurde die Hagener Kleider- kammer eingerichtet, um den Flüchtlingen zu helfen. Inzwi- schen steht die gemeinnützige Initiative allen Dorfbewohnern offen. „Ich genieße den ge- sellschaftlichen Austausch. Im- mer nur zuhause zu sitzen und fernzusehen ist doch auf Dauer auch langweilig“, sagt sie und
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