Page 35 - Staleke Ausgabe 202, Sommer 2016
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Dauer-Weihnachten mit Teddy und Co. in der Villa Offenwarden
Skifahrer im weißen Hasenkos- tüm und der Teddy im Ketten- hemd haben es ihr besonders angetan
Statt auf Teddy setzt Bruder Franky Steklar lieber auf Tech- nik Auf historische Technik in diesem Fall: Er hat eine Oldti- mer-Limousine, einen Citroen 11 CV aus dem Jahre 1953, re- stauriert „Es handelt sich um einen Scheunenfund, wir ha- ben ihn vor einem Jahr kom- plett zerlegt gekauft“, erzählt das Geschwisterpaar Die soge- nannte Gangsterlimousine, die
OFFENWARDEN. Das Feuer im Kamin brennt, der Weihnachtsbaum ist geschmückt und der
Tisch festlich gedeckt: „Bei mir ist DauerWeihnachten“, meint Nancy Steklar schmunzelnd. Ihre Gäste sind Teddys und Puppen.
Die Weihnachtsecke, in der das Kaminfeuer nur auf einer Fototapete lodert, ist Teil ihres neuen Puppen- und Teddy-Ka- binetts, das in der oberen Etage in der Villa Osterndorff in der Hauptstraße 11 in Offenwarden zu besichtigen ist Seit sechs Jahren bewohnt die Nostal- gie-Liebhaberin das Haus aus dem Jahre 1869, das sie gemein- sam mit ihrem Bruder Franky Steklar aufwendig restauriert hat Die Ideen gehen der Haus- besitzerin nicht aus Nachdem sie zuerst die Wohnräume im musealen Stil gestaltet hat, er- öffnete sie vor drei Jahren das „Café Salon 1900“, das aus dem nahezu eingestürzten Kuhstall entstand und zu einem be- liebten Ausflugsziel geworden ist Im letzten Jahr baute das Geschwisterpaar ein Toiletten- haus im Hinterhof, das optisch einem Tempel gleicht Nun ist das Puppen- und Teddy-Kabinett in das Obergeschoss der Villa eingezogen
„Zu sehen ist antikes Spielzeug aus der Zeit
von 1880 bis 1970“, er-
zählt Nancy Steklar Auf einem Karussell mit Handkurbel drehen kleine Püppchen ihre Runden, Teddys verkaufen Waren im Kauf- mannsladen und Porzellanpuppen haben im Stubenwagen aus dem Jahre 1880 Platz genommen – lie- bevoll ist das Spielzeug dekoriert Ob Buddelschiff, Dampfmaschine, Trommel oder Kaspertheater: „Es gibt alles, was man in einem Kin- derzimmer finden kann“, sagt Nan- cy Steklar und zeigt mit einem klei-
UNTER DER STALEKE
ne Baukasten nur eine der vielen Besonderheiten: „Diese Bausteine sind aus Sandstein “ Das Pappthe- ater ist ebenfalls sehenswert, auf dem Programm steht nicht nur Dornröschen: „Gespielt wird auch Wilhelm Tell oder Rotkäppchen“, kann Nancy Steklar zu dieser Ra- rität erzählen In der Ausstellung haben einige ihrer eigenen Pup-
Einen ganzen Raum hat sie den Teddys gewidmet, ein großer Teil trägt den berühmten Knopf im Ohr „Die Steiff-Teddys stammen von einer privaten Sammle- rin, die nicht mehr genügend Platz hatte“, erzählt Nancy Ste- klar Ob beim Lampionfest, auf dem Weihnachtsmarkt oder in der Strandlandschaft, die Haus-
Nancy Steklar in ihrer Dauer-Weihnachtsausstellung
pen Platz gefunden, ein Großteil der Stücke stammt aus einem Pup- penmuseum „Ich habe die Sachen
besitzerin hat die flauschigen Gesellen liebevoll arrangiert Auch ein Spielplatz und eine Puppenstube mit Teddys in zahlreichen verschiedenen Ausführungen sind in
aufgrund ihrer guten Straßen- lage den Ruf habe, gerne von Gangstern als Fluchtwagen ge- nutzt worden zu sein, sei schon immer ihr Traum gewesen: „Ich
Café Salon 1900 wurde vor drei Jahren eröffnet
von einem befreundeten Händler“, so die Samm- lerin 40 Puppenstuben sind schon seit Eröffnung in der oberen Etage des Cafés zu sehen „Die blei- ben dort“, so die Puppen-
habe lange mit dem Modell geliebäugelt“, erzählt Nancy Steklar Umso größer war die Freude über die Neu- anschaffung, die al-
lerdings aus vier Anhängern voller schrottiger Einzelteile bestand „10000 Teile waren das bestimmt; ich habe drei Tage lang sortiert und musste mit manchen Teilen lange um das Auto laufen, bis ich wuss- te, wo sie hingehören“, meint Franky Steklar schmunzelnd Innerhalb eines Jahres hat der Zimmermann, der viele Jah- re als Schlosser und Schmied
liebhaberin Auch ihr Bruder Franky Steklar hat seinen Teil zur Ausstel- lung beigesteuert: An einer Wand sind Sammelkarten von Voss-Mar- garine mit Naturmotiven
der großen Ausstel-
lung zu sehen „Die Sammlung nahm
1990 ihren Anfang, für
jeden Teddy hat die Sammlerin eine Geburtsurkun- de mit Foto sowie Informatio- nen über den Herkunftsort und
die Füllung erstellt“, erzählt Nancy Steklar über die „Dauer-Leih- gabe“ „Die Ausstel- lung kommt bei un- seren Besuchern sehr
gut an“, freut sie sich über positive Resonanz und zeigt noch ihre Lieblingsteddys: Der
zu sehen „Sie sind voll-
ständig, meine Mutter
hat damals beim Her-
steller nachgefragt und
dafür gesorgt, dass keine
Karte fehlt“, erzählt Nancy Steklar über die Sammelleidenschaft ih- res Bruders in den 1960er-Jahren
Sammel leidenschaft ihres Bruders
Es handelt sich um einen Scheunen fund
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C ANDREA GROTHEER

