Page 44 - Staleke Ausgabe 203, Herbst 2016
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Ein Blick in die Produktion der Waffelfabrik
Sicht kleinen Produktionsbe- trieb begonnen“, sagt Oliver Findeisen, der den Betrieb seit 16 Jahren führt 1988 wurde die Produktionshalle gebaut, die zunächst als Lagerfläche diente
1999 entstand die 1500 Palet- ten fassende Lagerhalle „Das ist heute zu wenig, noch in diesem Jahr wollen wir auf der Weide hinter dem Betrieb eine weitere Lagerhalle bauen“, er- zählt der Geschäftsführer Und Platz wird gebraucht: „Wir pro- duzieren eine Million Waffeln am Tag“, so der Firmenchef Beliefert wird der Großhandel in Deutschland und dem umlie- genden europäischen Ausland „Wir haben Kunden in Österreich, den Bene- lux-Ländern und der Schweiz“, berichtet
Findeisen den Unterschied, der sich auch im Preis bemerkbar macht Geschützt mit grüner Einweghaube und gleichfarbi- gem Kittel geht es für die Be- suchergruppe in die Produk- tionshalle Bei angenehmen sommerlichen Außentempera- turen herrschen hier 30 Grad „Es fühlt sich wärmer an“, be- stätigt der Geschäftsführer das Empfinden der Gruppe, die sich zuerst die Masseherstellung an- sieht „Wir sprechen nicht von Teig, sondern von Masse, weil sie gleichviel Wasser und Mehl enthält“, ist vom Waffelexper- ten zu erfahren Diese Masse sei dem Pfannkuchen- oder Crepeteig ähnlich Zu Zucker,
UTHLEDE. Süße gedreh- te in millionenfacher Ausfertigung – Tem- peraturen um 25 Grad
und strahlender Sonnenschein – so sieht das perfekte Eis-Wetter aus. Und zwar nicht nur für kleine und große Eis-Schlecker, sondern auch für Waffel-Produzenten. „Wir
1930 gründete Kurt Findeisen, der Großvater des heutigen Ge- schäftsführers, in Radebeul bei Dresden die Waffelfabrik Kurz vor dem Mauerbau flüchtete er und wurde in Bremen-Nord ansässig, um das Familienun- ternehmen dort weiter zu füh-
ren 1969 übernahmen seine Kinder Maria, Rolf und Reiner nach dem Tode des Vaters das Unternehmen, das kurz danach den Standort wechsel-
te, da mehr Platz gebraucht wurde Die im Jahre 1970 ge- schlossene Molkerei in Uthlede wurde gekauft, renoviert und zum neuen Firmensitz „Damals wurde mit einem aus heutiger
können uns noch so bemü-
hen, der beste Verkäufer
ist gutes Wetter“, sagt
Oliver Findeisen. Bereits
in dritter Generation ist er Waffelfabrikant und lie-
fert seine Erzeugnisse über den Groß- handel an Eisdielen. Jetzt führte er durch seinen Betrieb in Uthlede. Die Unternehmensgemeinschaft Hagen im Bremischen (UHiB) hatte zum Un- ternehmerstammtisch eingeladen.
Mehl und Wasser wird Kokosfett, Aroma, Backtriebmittel und Lecithin als Emulga- tor hinzugefügt Jede Waffel hat ihr eige- nes Rezept Allein die „süße gedrehte“ gibt
es in etwa 30 bis 40 verschiede- nen Sorten „Die Eisdielen wol- len sich abgrenzen“, begründet Oliver Findeisen die große Viel- falt Die Tendenz gehe zu lan- gen, dünnen Waffeltüten „So sieht die Waffel mit einer Kugel Eis aus wie eine Riesenportion“, kann er auch diesen Trend er- klären Das Zusammenrühren der Masse erfolgt in einem gro- ßen Rührtopf „Der Topf wird später an die Maschine gefah- ren, so können wir uns besser auf verschiedene Rezepte ein- stellen“, erklärt Oliver Findeisen das Verfahren
„Wir produzieren eine Million Waffeln am Tag“
Die Unternehmensgemeinschaft Hagen im Bremischen (UHIB) hatte gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Gemeinde im Rahmen des Unternehmerstamm- tisches zur Besichtigung der Waffelfabrik eingeladen. Rund 50 Gäste sahen sich in dem Unternehmen um und verfolgten den Weg der Waffeln. Hier laufen die „süßen gedrehten“ über das Transportband.
Oliver Findeisen Und
wer in Dänemark ein
Eis esse, könne zu 90
Prozent davon ausge-
hen, eine Waffel aus Uthlede zu bekommen
Die gibt es in zahlreichen Vari- anten: Als Becher, in der klas- sischen Tütenform, als Schale oder als runden Crossie, der zur Dekoration von Eisbechern dient Den Hauptanteil der Pro- duktion macht die sogenannte süße gedrehte Waffel aus, die mit ihrem hohen Zuckeranteil warm noch formbar ist „Die gepressten Waffeln haben deutlich weniger oder gar kei- nen Zucker und können nach dem Backen nicht mehr ver- formt werden“, erklärt Oliver
„Wir haben Kunden in Österreich, den Benelux-Län- dern und in der Schweiz“
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UNTER DER STALEKE
C ANDREA GROTHEER

