Page 50 - Staleke Ausgabe 203, Herbst 2016
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Fakten aus alten Akten
Von Schulverhältnissen in alten Zeiten
Nr 202, 2016) gehörte sicher Jahrhunderte lang zu diesem bäuerlichen Anwesen der Fa- milie Oldenborg
„Durch den Wiederverkauf der dazugehörigen Marsch und der meisten Geestländereien wäre die Kaufsumme von 9000 M reichlich gedeckt und für die Gemeinde ein schönes Grund- stück an der besten Lage im Orte und der für eine Lehrerfamilie erwünschte Grundbesitz unent- geltlich gewonnen. Die Gemein- de hat leider den Plan verworfen und ihre Kurzsichtigkeit später büßen müssen.
Als geeigneten Bauplatz erstand schließlich die Gemeinde das jet-
Lehrer sind: Bullwinkel (1829-31), Cyriacks (1831-33), Otten (1834) und Schröder (1834-37). Vom Jahre 1836 ab fungierte hier als Lehrer Nikolaus Heine. Derselbe wurde am 30. April 1816 im be- nachbarten Rechtebe geboren und starb hierselbst nach einer 32jährigen Lehrtätigkeit am 13. Januar 1868.“ Diese Lehrer hat- ten schon eine pädagogische Ausbildung an einem Bezirks- seminar erhalten Während das Einkommen der hiesigen Schulstelle beim Amtsantritt Heines 240 M betrug, war es bei seinem Tode auf 450 M nebst freier Dienstwohnung gestiegen Im Jahre 1844 kauf- te der Lehrer Heine für seine Rechnung ein eigenes Haus, Nr 70 B in der Grünen Wurth, und richtete dort „gegen eine jährliche Miete seitens der Ge- meinde ein größeres Schulzim- mer her, welches die Aufstellung von 4 Tischen nebst Bänken ermöglichte und daher nach den damaligen Anforderungen reichlich Raum bot.“
Erst im Jahre 1853 erwarb die Gemeinde käuflich von dem Einwohner Kluhsmann, der nach Amerika auswanderte, das Wohnhaus Nr 32B im Grü- nen Weg (neben dem Asylbe- werberhaus) und bestimmte es zum Schulhause, in dem der Lehrer zugleich eine Dienst- wohnung hatte Zum ersten Mal gab es nun ein gemeinde- eigenes Schulgebäude
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Zu Ostern 1868 übernahm der Lehrer Diedrich Buerfeind die Leitung der hiesigen Schule Er hatte eine fundierte Ausbil- dung am Hauptlehrerseminar in Stade und war auch Orga- nist
Um dieselbe Zeit (1868) begann man mit dem Bau einer neuen Schule im Grünen Weg 7
„Der Bau eines neuen Schulhau- ses war bereits in den Jahren vor- her mehr und mehr in Erwägung gezogen. Es verdient hier ein diesbezüglicher Vorschlag des derzeitigen Bauermeisters oder Gemeindevorstehers Schröder rühmend hervorgehoben zu werden. Der Genannte empfahl, um ein geeignetes Schulgrund- stück zu gewinnen, den Ankauf der jetzt Oldenburg’schen Stelle. Das hierzu gehörige Wohnhaus lag bis zu der im Jahre 1887 er- folgten Einäscherung desselben im jetzigen Hüncken’schen Gar- ten, gerade dem Segelcke’schen Gasthause gegenüber.“ Das ist der Parkplatz neben Ruhlfs und heutiger Wochenmarkt Hier erfährt man so ganz ne- benbei aus der Schulchronik, dass auf diesem Parkplatz einst der Oldenborg‘sche Bauernhof gestanden hat, der 1887 nie- derbrannte Nach dem Brand kaufte Ahrend Hüncken das Grundstück, um sein Anwesen zu vergrößern, und der Bauer Oldenborg siedelte sich am Amtsdamm Nr 55 an Die jetzt gefällte Eiche (siehe Staleke
Die Nachrichten über diejeni- gen Lehrer, die am Anfang an der hiesigen Volksschule am- tierten, sind sehr dürftig Als erster Lehrer, dessen Name sich in den Akten findet, ist 1772 der Eigentümer des Wohnhau- ses Grüne Wurth Nr 65 (Dähn- ken-Roes), namens Johann Hül- len, im Kirchenbuch Bramstedt Schulmeister genannt Eine Schule dagegen gab es schon rund 100 Jahre früher, sie wur- de in den schwedischen Akten 1681 mit 32 Reichstalern unter- stützt
Nachfolger von Johann Hüllen als Schulmeister im eigenen Hause wurde sein Schwieger- sohn Marten Hülseberg aus Wittstedt, der das Amt lange Zeit innehatte und 1822 in Ha- gen starb Etwa von 1818 bis 1829 stand Lüder Cordes der Schule vor, um dann zur Land- wirtschaft auf dem Hof Hagen Nr 44 überzugehen
Aus der Schulchronik:
„Die Dienstzeit der nächsten Nachfolger war hier eine ver- hältnismäßig kurze, da es den- selben wohl bald gelang, besser dotierte oder zusagende Stellen zu erhalten. Die Namen dieser
Nr. 44 ist das Haus am Amtsplatz links neben der Rückseite der Amtsapotheke, erbaut 1826. Wo sich das Schullokal zu Cordes Zeit befand, ist nicht bekannt.
Ivonne Kahrs
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