Page 60 - Staleke Ausgabe 201, Frühjahr 2016
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Ketelhoken – Rechtenflether Heimatfreunde
Jahrhunderts hat die Samtge- meinde Hagen Fritz Hermann Menken für sein großes En- gagement mit der Ehrennadel ausgezeichnet.
Leider hatte der Vereinsgrün- der nicht mehr sehr lange et- was von dieser Ehre. Er musste – gesundheitlich schwer ange-
Ort gehen auf seine Initiative zu- rück. Immer am 1. Mai findet vor der alten Rechtenflether Schule ein Maibaumfest und am 1. Ad- vent ein Weihnachtsmarkt auf dem Allmers Hof statt. Für beide Veranstaltungen trägt der „Ke- telhoken“ die Verantwortung. Auch eine neue Weihnachtsbe- leuchtung sorgt in der Advents- zeit für festliche Stimmung. Die leuchtenden Sterne hat Günter Heine mit seinem Kassenwart Carl Allmer Knoop in Eigenarbeit hergestellt.
Im Jahre 2011 setzte sich Hei- ne mit dem Vereinsvorstand des Rechtenflether Turnver- eins von 1911 zusammen, der sein 100jähriges Bestehen fei- ern wollte. So gab es in dem Jahr auch eine Neuauflage des Rechtenflether Ortsjubiläums. Diesmal zum 1150. Geburtstag mit einem dreitägigen um- fangreichen Programm und vielen Gästen.
Die von Fritz Hermann Menken gesammelten Schätze befinden sich heute in einem Raum der alten Schule. Hier werden auch weiterhin alle Zeitungsaus- schnitte, Fotos und Schriftstücke vom Vorstand des Heimatver- eins gesammelt. Günter Heine als dessen Vorsitzender wurde jetzt auch vom Rat der Gemein- de Hagen im Bremischen ganz offiziell zum Rechtenflether Ortsheimatpfleger ernannt. Sein neues Projekt ist die Aus- stellung des Ortes Rechten- fleths in Miniaturform. Dieses Modell der gesamten Weser- ortschaft – mit fast allen Häu- sern drauf – hatte Werner Bente vor Jahren aus Holz hergestellt. Auf dem Dachboden von Ha- rald Schmidt wurde es bis heu- te gut aber leider unsichtbar verwahrt. Günter Heine will es dort jetzt herunterholen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Am 1. Mai ist dieses wahre Kunstwerk auf der Diele von Friedrich Frerichs zu sehen. Gesucht wird in Rechtenfleth dafür jetzt noch ein geeigneter dauerhafter Ausstellungsort. s
Hardy Köhler
RECHTENFLETH. Als die einst eigenständige Ge- meinde Rechtenfleth im Jahre 1968 ihren
Status verlor und gemeinsam mit den Ortschaften Sandstedt, Wersa- be und Offenwarden zur Gemeinde Sandstedt vereint wurde, da hatte Fritz Hermann Menken eine dunkle Vision.
Der Rechtenflether sah das kul- turelle Erbe und die Geschichte seiner Vorfahren schwinden, den kleinen Ferienort an der Weser in Vergessenheit geraten und in der Bedeutungslosigkeit versinken.
Immer wieder versuchte er des- halb die Rechtenflether Einwoh- nerschaft von der Notwendig- keit einer Schutzgemeinschaft für den Ort mit dem Kesselha- ken im Wappen zu überzeugen. Der Name „Rechtenfleth“ durf- te niemals gelöscht werden. Er dachte dabei an die Dörfer Heinschenwalde, Westerbe- verstedt, Freschluneberg und Dingen, die heute kaum noch jemand kennt.
Im Jahre 1981 wurde Menkens stetes Bemühen dann Wirklich- keit. Unter seiner Leitung wur- de in Rechtenfleth der Verein „Ketelhoken“ - Rechtenflether Heimatfreunde gegründet.
Der Verein wuchs schnell auf über 100 Mitglieder an. Viele Einheimische aber auch zahlrei- che ehemalige Rechtenflether mit zum Teil sehr weit entfern- tem Wohnsitz traten bei.
Die Aufgaben der Gemeinschaft waren klar. Es galt alles zu pfle- gen, schützen und zu bewah- ren, was Rechtenflether einst geschaffen und gesammelt
hatten. Dazu gehörten selbst- verständlich auch der Friedhof, die Schule und das Anwesen
Diese seltene Aufnahme einer illustren Jagdgesellschaft fand der Sandstedter Hans Werner Bente in einer Jagdzeitschrift. Es zeigt Mitglieder der Worpsweder Künstler- kolonie bei einem Jagdausflug im Jahre 1889 auf Gut Osterndorf bei Beverstedt. Mit dabei sind die berühmten Maler Otto Modersohn, Fritz Mackensen, Carl Vinnen und Heinrich Vogler. Am Tisch sitzt auch der Rechtenflether Schriftsteller und Dichter Hermann Allmers
des Dichters Hermann Allmers. Fritz Hermann Menken sam- melte alles, was den Namen Rechtenfleth trug. Unzählige Gegenstände, Bücher,
schlagen – im Jahre 2003 den Vorsitz des Heimatvereins ab- geben. Am 2. Februar 2009 ver- starb Fritz – Hermann Menken.
Fotos, Dokumente
und Ansichtskarten bewahrte er viele Jah-
re lang in seinem Hau-
se auf. Unermüdlich besuchte er die alten Einwohner im Dorf, um der Nachwelt deren Rech- tenflether Erinnerungsstücke zu sichern. Im Jahre 1986 gab es in Rechtenfleth zudem ein großes dreitägiges Dorffest zum 1125. Geburtstag der 300 – Seelen – Ortschaft in der Osterstader Marsch. Dieses Ortsjubiläum sollte zusätzlich dazu beitragen, dass der Name Rechtenfleth in aller Munde war.
In den 90er Jahren des letzten
Ort
mit dem Kesselhaken
Sein Nachfolger Karl- Heinz Vollers führte den „Ketelhoken“ im Sinne Menkens wei- ter. Unter seiner Regie
gaben die Rechtenflether Hei- matfreunde im Jahre 2007 ein Buch über die Geschichte des alten Marschendorfes heraus. Das unter der Schriftführung von Hansdieter Kurth entstan- dene Werk mit vielen kleinen und großen Storys aus der Ge- schichte Rechtenfleths ist noch in Restbeständen beim Heimat- verein und im Allmers Haus zu erwerben.
Seit dem Jahre 2010 führt nun Günter Heine den Verein „Ketel- hoken – Rechtenflether Heimat- freunde!“ Sein Schwerpunkt liegt wieder mehr bei der Ortsgestal- tung. Zahlreiche Baumpflanzun- gen sowie Bänke mit Sitzecken und ein öffentliches Bücherde- pot in einer alten Telefonzelle im
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