Page 10 - Staleke Ausgabe 202, Sommer 2016
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Flucht und Vertreibung
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Das ist der Untertitel des Buches „Die Verjagten“ von Jan Maria Piskorski, einem polnischen Historiker, „Flucht und Vertreibung im Europa des 20. Jahrhunderts“. Ich werde später noch aus diesem Buch zitieren. Beginnen möchte ich dieses Thema mit Berichten aus einem anderen Buch: Jeder kennt die Geschichte aus dem Matthäus Evangelium  Von der Flucht des Joseph, seiner Frau Maria und des neugeborenen Knaben nach Ägypten wird dort er- zählt  Was hatte sie zur Flucht getrieben? Herodes hatte die Tötung aller Neugeborenen an- geordnet, so meint es jedenfalls Matthäus gehört zu haben  Ein zweiter Grund war möglicher- weise, dass Augustus
Ägypten, um dort sein Glück zu suchen  Ägypten war damals, vor dreieinhalbtausend Jah- ren, ein blühendes und stabi- les Land  Natürlich wanderte er nicht alleine in Sandalen und einem fleckigen Mantel  Er war Chef eines Clans und man zog mit Familien, den Tieren und al- ler Habe in ein hoffentlich bes- seres Leben  Und es war besser, denn als er von dort wieder auf- brach nach Kanaan, besaß er viele Herden, dazu Silber und Gold – so wird es in Genesis 12-24 berichtet 
Und dann die Geschichte mit Joseph, der von seinen Brüdern ausgesetzt wurde und dann
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und
„Lebenszeit“
Tagespflege am Park
Parkstraße 3, 27628 Hagen im Bremischen
laden herzlich ein zum
Sommerfest und
Tag der offenen Tür
am Samstag, 13.8.2016 um 14.00 Uhr Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt.
10 | SOMMER 2016
UNTER DER STALEKE
nach Ägypten gelang- te, dort hochkam, zum Minister aufstieg, und dann seinen Vater Ja- kob und alle seine Brü- der, seinen gesamten
Clan also, nach Ägypten holte  Heute heißt das „Familienzu- sammenführung“ 
Weshalb ist da sehr oft Ägyp- ten als Fluchtziel angegeben? Ägypten war ein reiches und geordnetes Land  Da lebte man in relativem Wohlstand und vor allem in Sicherheit  Da wollten sie alle hin, die Flüchtenden  Der Joseph-Clan siedelte in Go- sen an und wuchs über viele Generationen zum Volk Israel  Die Ägypter bedienten sich ih- rer als billige Arbeitskräfte, bis sie dann schließlich Moses aus diesem zur Hölle gewordenen Ägypten herausholte  Und mit ihnen durch die Wüste floh  Dann drangen sie gewaltsam in ein fremdes Territorium ein, kämpften gegen die Phönizier  Denkt nur an die Geschichte von David und Goliath, in der David den Fürsten und Heer- führer der phönizischen Stadt Gal tötete  Das alles wird im Al- ten Testament berichtet – die neuere Forschung belegt in- des, dass die semitischen Volks-
eine Volkszählung durchführen ließ, eine Schätzung, und das
hieß die Schätzung
des Vermögens und
der Steuer  Flohen sie also nicht nur, um ihr gerade geborenes Kind zu retten, sondern auch um der Steuer zu entgehen? Wie dem auch sei, sie werden uns als Flüchtlinge geschildert 
Einen anderen Bericht, der uns von Vertriebenen erzählt, le- sen wir ganz am Anfang des AT  Adam und Eva wurden aus dem Paradies vertrieben, hin- ter ihnen wurden die Grenzen geschlossen und schwer be- wacht  Nun waren sie in der weitgehend glücklichen Lage, keine weiteren Menschen weit und breit anzutreffen  So konnten sie grenzenlos um- herschweifen und sich den schönsten Platz als Wohnung nehmen  Aber sie waren Ver- triebene 
Dann gab es diesen Typen Abraham, der sich mit seinem Clan aus Ur in Chaldäa, das ist Mesopotamien, aufmach- te, und nach Kanaan zog  Als sich dort die Versorgungslage verschlechterte, ging er nach
Heute heißt das „Familien­ zusammen­ führung“


































































































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